MIR IST ALLES VIEL ZU LAUT UND ALLES VIEL ZU LEISE

/ von Malte Schlösser

26. Jan
Fr, 20:00
27. Jan
Sa, 20:00
28. Jan
So, 18:00
Fr., 26. Jan 20:00 / Sa., 27. Jan 20:00 / So., 28. Jan 18:00

/ von Malte Schlösser

Dieser Theaterabend ist ein Widerspruch. Er feiert die Unentschiedenheit und den Zweifel als Überlebenstechniken. Gemeinsam mit den Schauspieler*innen Judith Rosmair und Lars Rudolph entfesselt der zeitgenössische Dramatiker Malte Schlösser ein Loblied auf den Zweifel. Aus den Brüchen in den eigenen Biographien und mit lebenserprobtem Wahn bauen sie ein Haus der Ambivalenz und laden ihr Publikum ein, darin zu leben. Paradoxien sind unpopulär? Nicht mehr lange!

Überforderung oder Zweifel werden als störend empfunden. Verzweiflung hat erst recht kaum einen guten Anwalt – außer Malte Schlösser. Der inszeniert seit Jahren gefeierte Bühnentexte über ein anderes mögliches Leben im 21. Jahrhundert. Texte, die sich durch Humor und eine phantastische Sprachdichte auszeichnen. Sie entführen Zuschauer*innen unterhaltsam in philosophische Gedankenwelten. Diesmal sorgt Schlösser dafür, dass wir einen sprichwörtlichen Film fahren. Die Inszenierung ringt in der Bildsprache von Theater und Video um eine Realität, in der wir von unseren ewigen Bildern vom Leben gerettet werden.

In einer utopischen Vision davon, wie es aussähe, wenn Zweifeln und Ambivalenzen mehr Platz eingeräumt würde, entwickelt MIR IST ALLES VIEL ZU LAUT UND ALLES VIEL ZU LEISE Gegenbilder zum Eindeutigkeitsterrorismus. Dafür bekämpft Judith Rosmair, die nie im Raum ankommt, den Sprachverlust und beschwört das Apfelmus, Lars Rudolph verheddert sich in seinen Projektionen und drei Zwölfjährige fordern Konfliktfähigkeit ein, während ein Musiker einen Wald voll Licht bespielt. Eine Feier des Sowohl-Als-Auch.



Tagestipp zitty + tip Berlin, Januar 2018

“Das mystische Verwischen des Egos in tänzerischer Leichtigkeit. So schwankt der Abend ironisch zwischen Zweifel und Selbstbespiegelung, Realitätsverlust und Realitätskonstruktion hin und her.“ kultura-extra, September 2017

Bericht auf rbb inforadio

Malte Schlösser im Interview zur Premiere auf radioeins vom 07.09.2017


Mit Judith Rosmair / Lars Rudolph / Manuel Garelli / Isabelle Laura Pana / Polly Schwalm-Unbehaun / Nefertiti Elong Tum / Kora Hamm Text/Regie Malte Schlösser Musik Ch. Mäcki Hamann Dramaturgie Anna K. Becker Ausstattung/Lichtdesign Thomas Giger Produktionsleitung Maria Kusche Produktions- und Regieassistenz Chris Wohlrab Hospitanz Anna Kücking Koproduktion Theaterdiscounter / NFT – Netzwerk Freier Theater Dank an Agentur Young Actors Gefördert durch Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa

Malte Schlösser studierte Philosophie, Religionswissenschaften & Soziologie und war u.a. Assistent bei Castorf und Schlingensief. Neben seiner Autoren-Regietätigkeit arbeitet er als Dozent für Psychotherapie. In seinen Theaterarbeiten thematisiert er die unterschiedlichen Erfahrungsebenen der theoretischen Wissenschaft, kultureller Rituale und individuell-konkreter therapeutischer Lebenshilfe. Am TD waren zuletzt seine Inszenierungen BITTE BLEIB KONKRET. WIE DAS GEHT, WEISS ICH AUCH NICHT SO GENAU (Gerechtigkeit ist asozial) und ES IST NICHT DEINE SCHULD, DASS DAS LEBEN NICHT GELINGT zu sehen. www.malteschloesser.de

Kartenpreise € 15,- / ermäßigt € 9,-