Vorschau

CURVEBALL

/ Institut für Widerstand im Postfordismus

02 / 03 / 04 November 2017 - 20:00 Uhr

Mundus vult decipi, ergo decipiatur. – Die Welt will betrogen sein, darum sei sie betrogen.

Die Performance ist eine Arbeit über globale Verstrickungen der Geheimdienste und über politische Manipulation. Sie fokussiert ihren Blick auf den Zeugen „Curveball“, dessen Falschaussagen über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak als offizielle Begründung für den Irak-Krieg 2003 von den USA benutzt wurden und stellt die Frage, wem wir warum Glauben schenken und wohin uns das Prinzip der Täuschung führen kann.

Performance / Künstlerische Leitung Elisa Müller Dramaturgie Vega Damm Recherche Inga Anderson Dramaturgische Begleitung Nadine Vollmer Bühnenbild / Ausstattung Michaela Muchina Assistenz Johannes Ambrosius Produktionsbüro ehrliche arbeit


OTHELLO – I KNOW I’M NOT THE ONLY ONE

/ von Fabian Gerhardt

08 / 10 / 11 November 2017 - 20:00 Uhr

Othello wird ebenso von seiner Umwelt zum Schwarzen gemacht, wie Desdemona und Emilia zu Frauen gemacht und damit in ihrem Verhalten festgelegt und limitiert werden. Jago macht sich die Aussendefinition seiner selbst als loyaler Biedermann zunutze, und Cassio wird sein gutes Aussehen zum Verhängnis, das ihn scheinbar selbstverständlich zum Ehebrecher prädestiniert. Die Inszenierung zeigt, wie gesellschaftliche Zuschreibungen an den Menschen haften bleiben und sie definieren. Wiederaufnahme der erfolgreichen Eigenproduktion des TD.


OFFSHORE

/ Werkschau Schweiz im TD

15 - 26 November 2017

Das zweiwöchige Festival OFFSHORE zeigt in Berlin aktuelle und besondere Produktionen aus den freien Szenen der deutschen und der französischen Schweiz.

Theaterproduktionen wie die in Avignon gefeierte Fassung von Virginie Despentes’ KING KONG THÉORIE der jungen Regisseurin Émilie Charriot werden von literarischen und performativen Abenden begleitet: die Dichterin Nora Gomringer rezitiert erstmalig einen Fotoband; der Schweizer Literaturpreisträger Jens Nielsen performt zur schweizerischen Schweiz und Laura de Weck zieht die direkte Demokratie ins Intime ...

Ein ungeschminkter Blick auf die heutige Gesellschaft wie im KIND FÜR ALLE stößt auf überraschende Aneignungen von Mystik und Tradition wie in ITMAR oder URBIT & ORBIT – all dies vereinigt sich OFFSHORE, im Berliner TD, zu einer konzentrierten Werkschau mit Begegnungen und Querverbindungen.

OFFSHORE

+ herrschen andere Gesetze !

+ werden die Stile neu gemischt !

+ zeigt entfesseltes Theater !


ITMAR /

HOLES & HILLS

/ Géraldine Chollet und Julia Perazzini

15 / 16 November 2017 - 20:00

Zum Auftakt eines zweiwöchigen Pakets aus aktuellen Schweizer Produktionen zeigen wir zwei beeindruckende Stücke aus dem Umfeld des international beachteten Theaters Arsenic in Lausanne: das Tanz- und Musiksolo Itmar, das mit den Klischees und Versatzstücken einer Schweizer Volkskultur neue Bedeutungszusammenhänge schafft, und das Sprechstück Holes & Hills, das aus weiblicher Sicht um Identität, Sinnlichkeit, gesellschaftliches Rollenspiel und Verwandlung kreist. Holes & Hills in frz. Sprache mit dt. Übertiteln.

In Zusammenarbeit mit Pro Helvetia und der Schweizerischen Botschaft Berlin


KING KONG THÉORIE

/ nach dem Roman von Virginie Despentes

17 November 2017- 19.30 Uhr
18 November 2017 - 20.30 Uhr
19 November 2017 - 20.00 Uhr

Ihren autobiografischen Roman schreibt die französische Autorin Virginie Despentes gegen Männlichkeitswahn und gesellschaftliche Konstruktionen von Geschlechteridentität an. Schonunglos analysiert sie Machtmechanismen, denen Frauen immer noch zum Opfer fallen. Was ist die Würde einer Frau? Was kann sie aushalten, wann muss sie zerbrechen? Und vor allem: Wer bestimmt darüber?
King Kong Théorie ist ein scharfes Plädoyer für das Unangepasstsein und wird in Berlin in der in Avignon gefeierten, radikal auf 2 Schauspielerinnen und den reinen (Original-)Text reduzierten Inszenierung von Émilie Charriot gezeigt. In frz. Sprache mit dt. Übertiteln.

In Zusammenarbeit mit Pro Helvetia und dem Institut français Berlin


MAMAIA

/ STÜCKBOX Basel

20 November 2017 20:00 Uhr

mit Diskussion

Aus den Ausdrucksweisen rumänischer Einwanderer formte die Autorin eine Kunstsprache, die uns in die Welt des Varietés entführt. Unter dem scheinbar leichten Erzählton blitzen Erinnerungen an Diktatur und Flucht auf. Der Text ist ein wiederentdecktes Kleinod der 2002 verstorbenen Autorin Aglaja Veteranyi.

Mit Robert Baranowski Regie Ursina Greuel

An die szenische Lesung schließt sich ein Podium an, das Schweizer Autorenfördermodelle vorstellt und diskutiert: mit den Gästen Ursina Greuel (für STÜCKBOX), Andreas Sauter (für Dramenprozessor) und weiteren.


URBIT & ORBIT

/ Denise Wintsch

22 / 23 November 2017 - 20:00 Uhr

URBIT & ORBIT ist ein Theaterstück über die Sinnsuche im christlichen Glauben und im Leben überhaupt. Aber auch eine anarchistische Weiterführung und befreite Interpretation einer einst abgebrochenen Reise. Eine irrsinnige Messe. Ein noch neueres Testament. Eine Heiligsprechung der eigenen Phantasmen. Eine Erlösung in den Himmel des Sinns und Unsinns. Die Schauspielerin und Erfinderin Denise Wintsch ist Spezialistin für die Fleischwerdung verlorener, verdrängter und vergessener Gefühle.

In Zusammenarbeit mit Pro Helvetia und Fabriktheater Zürich


DIREKT DEMOKRATISCH LOVE

/ von Laura de Weck

24 November 2017 - 22:00 Uhr

Kaum ein politisches Instrument der Schweiz ist so anfällig für Agitation wie die Volksabstimmung der gelobten direkten Demokratie. Die Emotionen der Stimmbürger sind die Beute, um die sich der Wettkampf dreht. Die Autorin und Aktivistin Laura de Weck macht mit dem Soundkünstler Arvild Baud eine Liebeserklärung an die direkte Demokratie. Zwischen Lesung und Konzert entsteht eine Stand-Up-Lecture, in der Statistiken zu Beats und Polit-PR zu Pop verwandelt werden.

In Koproduktion mit Basler Dokumentartage und Pro Helvetia


EIN KIND FÜR ALLE

/ von Papst, Vuilleumier & Staub

24 / 25 / 26 November 2017 - 20:00 Uhr

Dank Eizellspende, Leihmutterschaft oder Samenspende kann heute auch Vater oder Mutter werden, wer früher kinderlos bleiben musste. Homosexuelle Paare, alleinstehende Frauen oder unfruchtbare Menschen finden zu ihrem Kinderglück. Das Team um Anna Papst hat mit vielen Menschen gesprochen, die sich intensiv mit dem Prozedere des alternativen Kinderkriegens beschäftigten. Die Schauspieler Jonas Gygax und Christoph Rath lassen diese Begegnungen auf der Bühne wieder aufleben und verdichten sie zur lebendigen Reportage.

Koproduktion Theater an der Winkelwiese In Zusammenarbeit mit Pro Helvetia


MIR IST ALLES VIEL ZU LAUT UND ALLES VIEL ZU LEISE

/ Malte Schlösser & Judith Rosmair

26 / 27 / 28 Januar 2017 - 20:00 Uhr

Wiederaufnahme

Paradoxien und Ambivalenzen haben es nicht einfach: sie sind unpopulär - im Privaten wie im Öffentlichen. In der politischen Rede muss von eindeutigen Zielen und klaren Lösungen die Rede sein. Überforderung oder Zweifel werden als störend empfunden. Verzweiflung hat erst recht keinen guten Anwalt, obwohl sich das Selbst in ihr radikal selbst befragt und erst dadurch finden kann. Was steckt hinter der Angst vor der Uneindeutigkeit, und wie sähe es aus, wenn den Paradoxien und radikalen Zweifeln und Nicht-Wissen mehr Platz eingeräumt würde? Das dramatische Szenario dieser Begriffs-Umdeutung spielt Schlösser in seiner ganz eigenen Form des Diskurstheaters durch und entwickelt Gegenbilder zum Eindeutigkeitsterrorismus.


Text / Regie Malte Schlösser Spiel Judith Rosmair Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa / NFT - Netzwerk Freier Theater