Vorschau

Programm Dezember || Programm Januar


HANDKE-BEZICHTIGUNG

/ ein Programm-Schwerpunkt im TD

16 / 17 / 18 / 19 Januar 2020

Die beiden präzisen Sprach-Kammerspiele KASPAR und SELBSTBEZICHTIGUNG, vom international tourenden Duo Lea Barletti/Werner Waas erarbeitet und gespielt, sind im konzentrierten Doppel endlich wieder im Programm!

An Sprachfeinheiten entzünden sich auch die aktuellen Diskurse um Peter Handke, daher lassen sie uns nicht kalt und schon gar nicht im Elfenbeinturm verschwinden. Schauspieler*innen aus dem Team und Umfeld des TD nähern sich in Seriosität und mit klarem Fragenkatalog einer Aufarbeitung der O-Töne dieser polarisierenden und alle Trennversuche umwerfenden Debatte.

4 Abende Peter Handke!

KASPAR
/ mit Barletti/Waas

16 Januar 2020

HANDKE-BEZICHTIGUNG

/ Verleidung des Nobelpreises im O-Ton

17 Januar 2020

SELBSTBEZICHTIGUNG/AUTODIFFAMAZIONE
/ mit Barletti/Waas

18 Januar 2020

KASPAR
/ mit Barletti/Waas

19 Januar 2020


EIN ANARCHISTISCHER BANKIER

/ von Fernando Pessoa mit Ulrich Marx und Leopold von Verschuer

Wiederaufnahme 23 / 24 / 25 Januar 2020

Ein Bankier legt seinem verwunderten Gast dar, warum er als überzeugter Anarchist gezwungen war, zu Reichtum zu kommen. Im verblüffenden Gedankenspiel belegen Ulrich Marx, Leopold von Verschuer und Fernando Pessoa den unerwarteten Zusammenhang von Anarchie und Kapital. Pessoas Erzählung kann als früher prophetischer Kommentar eines entfesselten Finanzwesens und aktueller Skandale wie Cum-Ex gelesen werden.


WANN HAST DU DAS LETZTE MAL AUF DER SPITZE EINES BERGES SEX GEHABT?

/ nomerMaids.

Wiederaufnahme 01 / 02 / Februar 2020

Drei Frauen aus zwei Ländern. Drei Theatermacherinnen in Berlin. Drei Sichtweisen. Wir. Let me say it loud. Wir reden und fragen in several languages: Ist es interessant, what we say? Verstehst du das? Ymmärrätkö mitä sanon? És ha nem, akkor mi van? When did you ask yourself the last time? Question: Wann hast du das letzte Mal auf der Spitze eines Berges Sex gehabt? Question: Is that an interesting question? Muss alles verstanden werden? Aber dennoch NEU auch englisch ÜBERTITELT
/ with English surtitles!

der Dauerrenner wieder im TD-Programm!


DEIN GESICHT IST EINE WUNDERBARE BÜHNE FÜR MEIN DRAMA

/ von Malte Schlösser

Wiederaufnahme 13 / 14 / 15 / 16 Februar 2020

Malte Schlösser spürt sie auf, die ersehnte Gemeinschaft. Mit drei Teenagern, die den Zweifel zelebrieren, und einer Seniorin, die weiß wie Verbindlichkeit war, huldigt er dem Zauber des Kollektivs. Zusammen erwecken sie die Erzählungen von Zugehörigkeit aus dem ewig ersehnten Reich des Utopischen. Ein Abgesang auf die Post-Alles-Generation!

“Alles ist geklaut: meine Paranoia, mein Jargon, meine Echtheit und meine Empörung – und sowieso, was bildet sich meine geklaute Sehnsucht nach Gemeinschaft und Zugehörigkeit ein, und vor allem, wie bildet sie sich ein? Wie können meine Projektionen und Klischees an dir sterben, wo du doch jedes Drama, das ich selbst in dich hineingelegt habe, erfüllst? Und den ganzen Horror in mir erfüllst. Vielleicht wenn du mein Drama nicht persönlich nimmst, dann weiß ich auch, dass ich lebe.“


Wegen des großen Erfolges wieder im Programm!


OBDUKTION EINER KUNSTFIGUR: KLAUS NOMI

/ von Bluhm, Carle, Nicoll, Reinhardt, Stachelhaus, Vojacek Koper, Weise

29 Februar und 01 März 2020


Unvollständigkeit wird zum Thema dieser Veranstaltung, denn die Titelfigur des Abends ist abwesend. Aus medialen Überresten wie Texten, Songinterpretationen und YouTube-Videoschnipseln skizzieren eine Tänzerin, eine Schauspielerin, eine Sängerin sowie ein Musiker das Bild der Gesangs-Ikone Klaus Nomi und gleichzeitig eine ästhetische Form, die sich den Facetten der Kunstfigur, die er sein wollte, annähert.
Wer war dieser Grenzgänger zwischen Pop-Musik und Oper mit bürgerlichem Namen Klaus Sperber, und in welchen Momenten werden Biografie und seine Krankheit durch die Schichten von Selbstinszenierung und Musik erlebbar?


Gastspiele am TD ermöglicht durch die Rusch-Stiftung


DER POST-WAHRHEITSHUND

/ Jean-Poll-Friedrich-Richter-Grusikel


Premiere Anfang März 2020


Rousseau hatte ihn mit Retour-à-la-nature begeistert, daher nannte er sich fortan nur noch Jean Poll und verkaufte sich bestens als anarchisch-humoristischer Belletrist ohne narrative Umwege. Ist er nur die letzte, noch nie ausgegrabene Philologen-Leiche – ein deformiertes Sammlerstück für die skelettsammelnden Kanoniker? Oder aber der prä-moderne Vorgänger aller Dekonstruktionen, indem er zunächst mal Gott abschaffte?

Von ihm als dem Ur-Paten aller Selbstzweifler im Kulturbetrieb wollen wir lernen, wie der Aufbruch in die neue Zeit der multiplen Bezüge und parallelen medialen Kosmen überlebbar werden könnte. Eine TD-Produktion von Georg Scharegg und Benedikt Simonischek; mit Werner Rehm u.a.