MEIN ENKEL 2072

Rauschen aus dem Lautsprecher als käme es aus dem Weltall, aus der Rakete

Apr
2014

Rauschen aus dem Lautsprecher als käme es aus dem Weltall, aus der Rakete

Drei Theatermacher wagen aus der Perspektive ihrer zukünftigen Enkel einen Blick in die eigene Zukunft. Mein Enkel 2072 ist die Suche nach dem Selbst als eine Rakete, in der wir alle sitzen und in der der Stratosphärenspringer Felix Baumgartner als Pseudo-Held unser Weggefährte ist. Science-Fiction-Szenen, absurde Weltall-Poetik - anachronistische Ahnenforschung als Zukunftsmusik.

Wie schauen unsere Enkel zukünftig auf unsere Vergangenheit? Was werden wir bis 2072 erlebt haben? Und was bleibt dann vom eigenen Leben in Erinnerungen? Was lässt sich festhalten, erzählen und was sagt das über den Sinn unserer Leben? Nicht das, was wir noch unseren Enkeln erzählen werden ist Gegenstand des Abends, sondern das, was unsere Enkel eines Tages über uns erzählen könnten. Mein Enkel 2072 zeichnet eine Landschaft des Erinnerns, das Archiv dreier Leben, von denen 58 Jahre noch ungeschrieben sind.

Das Erzählen steht im Mittelpunkt dieser Biographiefiktionen. In den Lebensbetrachtungen ist schon sehr bald nicht mehr eindeutig, ob fantasiert oder erinnert wird, ob von Enkeln, Vätern, Großmüttern oder dem eigenen Leben die Rede ist.

Das Mögliche stellt das Wirkliche in den Schatten, schreibt der Philosoph Paul Ricoeur. MEIN ENKEL 2072 zeichnet anhand realer Biographiefetzen – Erinnerungen, Anekdoten, Sentimentalitäten und Idealvorstellungen – drei Lebensbilder als möglichen Zukunftsentwurf.


Mit Oliver Goetschel / Anne Haug / Benjamin Mathis Regie Zino Wey Text Ariane Koch Raum Moïra Gilliéron Bühnenmitarbeit Livia Krummenacher Kostümmitarbeit Laura Woodtli Dramaturgische Beratung Carena Schlewitt und Tobias Brenk (Kaserne Basel)

MEIN ENKEL 2072 ist das erste gemeinsame Projekt von Moïra Gilliéron, Ariane Koch und Zino Wey. Sie bewegen sich im Umfeld von Theater und Kunst und interessieren sich insbesondere für Familiengeschichten, Haustiere, das Weltall und nicht-konventionelle Theaterpraktiken. Moïra Gilliéron arbeitet als Bühnenbildassistentin am Maxim Gorki Theater in Berlin. Ariane Koch realisiert Projekte in den Bereichen Bildende Kunst und Theater. Zino Wey arbeitet zur Zeit als Regieassistent an den Münchner Kammerspielen, wo er wiederholt eigene Projekte inszenierte.

Kartenpreise € 13,- / ermäßigt € 8,-