Angstland - Festung Europa 2

Dez
2005

von Anne V. Freybott

Kontrollverlust führt zu totaler Überwachung; europäische Selbst- und Identitäts-zweifel werden in der Umkehr zum Kontroll- und Systemwahn.
Im Jahr 2020 ist das Leben unwirtlich geworden, die Gesellschaft funktioniert nach den Regeln einer ökonomischen Apartheid und ist in Hochsicherheitszonen für Reiche und knappe Lebensräume für Arbeitssklaven unterteilt. Ein Kreditsystem ordnet die Menschen in Geldkasten ein; eine allumspannende Überwachung garantiert, dass Aufstände gegen das System im Keim erstickt werden können.
Vier Mitglieder der politischen Elite ziehen sich in einen Bunker zurück, um für den Ernstfall zu trainieren, wieder hinaus zu gehen und ihren Job draußen weiter zu führen. Die einzige Schnittstelle zur Außenwelt bildet das Datensystem U-Life, das sie über den Verfall der Welt informiert. Die Konkurrenz innerhalb der Gruppe verschärft sich und die zunehmenden Spannungen lassen die Grenzen zwischen Simulation und Realität verwischen.

Das Projekt ANGSTLAND untersucht das Parallel-universum Angst-Land und die Funktion erfundener Zerrbilder angesichts realer Gefahren und mit den Mitteln des Theaters.

ANGSTLAND ist der zweite Teil einer Auseinandersetzung mit der kulturellen „Festung Europa“. Teil 1, WEICHLAND, der sich mit erotischen Sehnsuchtsorten beschäftigte, hatte im August Premiere; Teil 3, NEULAND, folgt zum Jahreswechsel.

Zum Projektabschluss werden alle 3 Teile im Theaterdiscounter zu einem Gesamtpanorama zusammengefasst. Informationen, Lesungen und Gastveranstaltungen begleiten die Reihe.


Mit Katharina Bellena / Jaron Löwenberg / Herbert Schöberl / Katja Zinsmeister Regie Oliver Ernst Dramaturgie Jens Dietrich Raum Helmut Brosch Kostüm Viola Weltgen Text Anne Verena Freybott Musik Peter Simon Presse Kerstin Böttcher Produktionsleitung Renate Hudewentz