wann stören wir uns endlich?

Nov
2006

Demo Release Party

Ich muss sprechen, um nicht vornüberzufallen.
Ich stabilisiere mich durch den Rückstoss meiner Worte.
Wenn ich zuviel sage, falle ich rückwärts um.
(ein Fluchttier)

Als Großstädter sind wir auf dem Sprung. Unserem eigenen Tempo voraus oder -- bei Erschöpfungen – hinterher. Dies verursacht Frequenzstörungen: Akustische Quetschungen und Lärmprellungen sind die Folge. Wir fallen aus unseren kulturell eingeübten Rollen und entwickeln tierische Instinkte.
Drei Performer und ein Musiker skizzieren Theatersongs aus dem theatralen Album "wann stören wir uns endlich". Mit Sprache und Klang jonglierend, werden Klangteppiche gebildet, die Großstadtlärm, Frequenzschädigungen und Sprachverwirrungen akustisch erlebbar machen. Der Musiker Thomas Friese wird als Mitakteur akustisches Material (Bassgitarre und Sprache) live in synthetisch-elektronische Klänge umwandeln, auf die die Schauspieler ihrerseits wieder reagieren werden.

„Wann stören wir uns endlich?“ zeigt Begegnungen einzelner Menschentypen an unterschiedlichen Orten im urbanen Kontext. Orte, an denen Begegnungen stattfinden, lösen sich auf, bis die Menschen keinen Ort mehr haben. Sie entwickeln sich zur Fließexistenz. Orte ziehen durch sie hindurch wie Züge durch einen Bahnhof.
Der Abend ist Test und Weiterführung des musikalischen und textlichen Materials, das im nächsten Jahr zu einem abendfüllenden Theater-Konzert entwickelt werden soll. Im September war eine erste Skizze im Foyer der Sophiensaele zu sehen.


Mit Beatrice Fleischlin / Sija Clemens / Thomas Hechelmann / Thomas Friese Text und Arrangement Andreas Liebmann Dramaturgie Stefanie Frauwallner Produktion Verena Busche / Busche & Mans