Tristan_a cocktail called love (Maximilian Merker)

Apr
2007

Gottfried von Straßburgs „Tristan“ ist „ein Gesang für edle Herzen“, rabiat, blutig, ohne Happy End: Mit kaputten Helden, Frauen, die nicht wissen, was sie wollen, viel Poesie, noch mehr Action, hinreißenden Songs, herrlichen Landschaftsaufnahmen – idealer Stoff für ein Theaterstück also.

Erzählt wird darin eine der bekanntesten Liebesgeschichten der abendländischen Kultur: Zwei Liebende – Tristan und Isolde – verfallen einander bedingungslos durch einen „magischen Trank“. Mit diesem Zaubertrank beginnt unsere abendländische Idee der Liebe und in der Literatur eine Tradition von Liebespaaren, die eben dieser Liebe wegen sterben müssen.

Gottfried von Straßburg verfasste um 1210 die erste Version dieses Mythos in deutscher Sprache. Anders als bei der Oper von Richard Wagner aus dem Jahre 1865, die mit dem Liebestod der beiden endet, bricht die Erzählung Gottfrieds mit der Trennung Tristans von Isolde ab. Warum? -- Darüber streiten sich die Experten.

Die Inszenierung spielt mit offenen Karten und nicht mit falscher Psychologie. Sie sucht sowohl nach den Brüchen in dem Werk, die uns heute lachen lassen, wie nach denen, die wir nach 800 Jahren immer noch nicht verstehen.


Von und mit Maximilian Merker / Héloise Fournier