TORNADO

/ ein Klima-Theater-Desaster von Tobias Rausch

Okt.
2019

/ ein Klima-Theater-Desaster von Tobias Rausch

An dramatischem Potenzial fehlt es dieser Welt nicht: Dürren, Fluten, Stürme nehmen zu. Riesige Ökosysteme werden durch den schmelzenden Permafrost instabil. Die Evolution kann mit den rasanten Veränderungen nicht Schritt halten: unbewohnbare Zonen breiten sich aus. Verteilungskämpfe nehmen zu. Das Zeitfenster, das zum Handeln bleibt, ist winzig. Wann kommt der Wirbelsturm, der alles hinwegfegt?

TORNADO sucht nach Elementen, die uns aufrütteln und durcheinanderwirbeln: unserer Gesellschaft, unserem Sicherheitsgefühl, unserem kolonialistischen Wirtschaften und Denken, der Behauptung von Alternativlosigkeit, der Entfremdung von der Natur, dem Sand des Jetzt und Hier, in den wir immer wieder unsere Köpfe stecken und nicht zu genau hinhören, wenn sie sprechen… den Apologeten technischer Lösungen, einer zunehmend verzweifelnden Aktivistenszene, einer sich in endlosen Verhandlungen zu Kompromissen durchringende Politik. Auch nicht auf die Natur direkt?

Begegnen Sie einem wirklichen, einem echten Tornado! Gemeinsam mit einem unfassbar anschwellenden Wind bevölkern Stimmen von Dürre- und Sturmbetroffenen und von Klimaforscher*innen und -aktivist*innen den Theaterraum. Ihre Not, Verluste und Verstrickungen, ihre Durchbrüche und Schicksalsschläge sind das Material für ein Theater, das der Gegenwart ins Auge sehen will.

Tagestipp im ZITTY



Mit Bettina Grahs / Florian Hertweck Künstlerische Leitung Tobias Rausch Dramaturgie Luzia Schelling Bühne Thomas Rump Musik Matthias Herrmann Regieassistenz Lucia Kan-Sperling Mitarbeit Konzept & Recherche Sandra Antelmann / Nick Nuttall Produktionsleitung Eva-Karen Tittmann Unterstützt durch das Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) Gefördert durch Hauptstadtkulturfonds Kooperation Theaterdiscounter Berlin

Die Premiere musste im Oktober 2019 krankheitsbedingt verschoben werden und kommt nun in überarbeiteter Version auf die Bühne.

Tobias Rausch arbeitet als Regisseur und Autor seit 2001 am Stadttheater und in der freien Szene. Er entwickelt seine Inszenierung auf der Basis von umfangreichen Recherchen. Dabei stehen häufig Umweltthemen im Mittelpunkt wie etwa beim 5-jährigen botanischen Langzeittheater Die Welt ohne uns am Schauspiel Hannover . Seine Stücke und Inszenierungen wurden zu zahlreichen Festivals eingeladen. Er wurde u.a. mit dem Otto-Kasten-Preis der deutschen Intendanten 2012 ausgezeichnet. Er war Mitbegründer des Kollektiv lunatiks produktion, dem er bis 2015 angehörte. Seit Beginn der Spielzeit 2019/20 ist er Leiter der Bürger:Bühne am Staatsschauspiel Dresden.

Kartenpreise € 15,- / ermäßigt € 9,- Tickets bitte im VVK bei RESERVIX erwerben!