Stammtisch! (Christian Winkler)

Feb
2013

/ von Franz von Strolchen (UA)

Man hat ihn für unzeitgemäß, dann für tot erklärt; aber die kleinste Zelle der Demokratie, der Stammtisch, lebt. Das Theaterkollektiv rund um Franz von Strolchen baut in seiner Trilogie des Zusammenlebens eine doku-fiktionale Brutstätte der Gemeinschaft in einer echten Kneipe in Berlin nach. Gemeinsam mit den Zuschauern sitzen die Schauspieler an den Tischen und verwickeln ihn in Gespräche, suchen Austausch und Nähe, Aufmerksamkeit und Übereinkunft.

Fünf Figuren erzählen auf ihre Weise vom Verstoß aus einem scheinbar funktionierenden Netzwerk und ihrem daher abrupt abgebremsten Leben. Der Stammtisch wird so zum Raum der Zusammenkunft, in dem neue Gemeinschaften gebildet werden können, die jenseits von Berufen, sozialen Schichten und Generationen funktionieren.

Es sind fünf europäische Biografien, die Franz von Strolchen aufrollt: die Geschichten von Menschen, die aus dem System gefallen sind und wieder von Gemeinschaftsutopien träumen: eine Tierfotografin sucht nach einem Schwarm, ein EU-Politiker berichtet von seinem Rücktritt und dem Neustart in seinem Kopf, ein Astronaut träumt von der Möglichkeit einer kompletten Menschenkolonie im Weltraum, eine Gesellschafterin erzählt von ihrem bankrotten Imperium und den maroden Restzusammenhängen und ein Vertreter bleibt auf seinen Wunderpillen sitzen. Alle diskutieren ihre Ideen zum alternativen Zusammenleben in Europa – Ideen, die nicht selten aus einer Bierlaune heraus entstehen und für einen unwiederholbaren Abend im Raum stehen dürfen.


Mit Anika Baumann / Kenneth Huber / Georg Münzel / Cathrin Romeis / Florian Tröbinger Regie Franz von Strolchen Textmaterial Christian Winkler Musikalische Leitung Maria Ursprung Dramaturgie Nina Rühmeier Raum Jens Burde Kostüme Katrin Wolfermann Regieassistenz Christiane Dost. Eine Franz von Strolchen Produktion in Kooperation mit Thalia Theater Hamburg, Theaterdiscounter, uniT Graz. Gefördert durch Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg / Land Steiermark Kultur / Stadt Graz / BMUKK