ON THE FIRST NIGHT WE LOOKED AT MAPS

/ Los Alemanes del Volga

/ Los Alemanes del Volga

Im Rahmen des PAF

An einen fernen Ort zu ziehen, um weit weg von zu Hause zu leben, ist wie der Sprung ins Leere, ins Vakuum. Und wenn wir diesen Schritt für die Liebe gehen, wie kann das Paar diese Leerstelle füllen? Welche neuen Erzählungen müssen erfunden werden? Welche können wir aus der Vergangenheit mitnehmen?

Auf einem Tisch liegen Fotos, Landkarten, Dokumente und ein Gesangbuch, Mate-Tee wird gereicht. Gastgeber dieser dokumentarischen Performance ist ein schwules Paar: Federico, dessen Großvater in einer wolgadeutschen Kolonie in Argentinien aufwuchs und der seit fünf Jahren in Berlin lebt sowie Wenzel, sein zukünftiger Ehemann, aufgewachsen zwischen den verlassenen Fabriken eines verschwundenen Staates.

Das Publikum ist eingeladen, am Tisch Platz zu nehmen und sich gemeinsam mit ihnen auf eine historische Reise zu begeben: von Hessen aus an die Wolga, auf die andere Seite des Ozeans und wieder zurück ins Berlin der Gegenwart. Den Spuren der Wolgadeutschen folgend, die im 18. Jahrhundert nach Russland auswanderten und 100 Jahre später ihren Weg auf dem amerikanischen Kontinent fortsetzten, setzen sich die Performer mit vergangener Migration und den Widersprüchen familiärer Identität auseinander – im fluiden Erzählfluss eines Paares auf der Suche nach einem “Queer Heritage“ und einer Heimat, die nie wirklich existierte.




Recherche/Text/Performance Wenzel U. Vöcks / Federico Schwindt Kooperation TATWERK | Performative Forschung

Wenzel U. Vöcks & Federico Schwindt verbindet sowohl eine künstlerische als auch private Partnerschaft. Wenzel studierte Theaterwissenschaft an der FU Berlin und in Rom. Als Spielleiter war er an Häusern wie der Komischen Oper Berlin, der Opera Vlaanderen sowie der Opéra Comique engagiert. Seit Herbst 2019 fokussiert er sich auf seine eigene künstlerische Arbeit und entwickelt derzeit eine queere Musiktheaterperformance mit Songs von Benjamin Britten.

Während seines Regiestudiums in Buenos Aires inszenierte Federico Stücke von bekannten Autoren sowie eigene Werke. Seit er in Berlin lebt (2015), widmet er sich performativer Recherche und Inszenierungen eigener Stücke (u. a. “Hawaiian Fragments“ im Acker Stadt Palast; “Artes Moriendi – Ways of Dying“ beim Performing Arts Festival 2018).

Kartenpreise € 15,- / ermäßigt € 9,-