Monologfestival 2010 - Einzelkämpfer Monologe

Okt
2010

[.] wo beginnt wir [...[

An vier Festivaltagen im Oktober 2010 treffen 17 neue Monologe aufeinander – 17 persönliche Stellungnahmen zur Gegenwart, der Idee des Revolutionären und den Grenzen des Monologs.

Wer ist heute in der Lage, eine komplexe Beschreibung der gegenwärtigen Situation zu geben, die gleichzeitig einen Raum für gesellschaftlichen Wandel eröffnet?

Nachdem vor Jahren das Ende der Geschichte ausgerufen wurde, sind die Privilegien und der Einschluss der Einen nach wie vor die Not und der Ausschluss der Anderen. Niemand vertritt niemanden mehr gescheit, schon gar nicht real-demokratisch, schon gar nicht auf der Bühne. Eigentlich kann jeder nur noch für sich selbst sprechen.

Im Monolog stellt sich einer zur Disposition, indem er sich sichtbar macht. Ohne Rückhalt behauptet er die Wichtigkeit seiner Belange, konstruiert sich und eine Situation, strukturiert den Raum, schafft eine temporäre, brüchige Realität. In deren Zentrum stehend, einen Standpunkt einnehmend, ist er der Wahrnehmung ausgesetzt und muss dieser standhalten. Der Monologführende ist dabei als Sprechender, Denkender, Handelnder zunächst Einzelkämpfer, der die Grenzen der eigenen Reichweite definiert, transformiert, verschiebt, überschreitet.

Wer sich sichtbar macht, macht sich angreifbar, schafft aber auch konkrete Basis für Anknüpfungspunkte und Anschlussmöglichkeiten Anderer, Ausgangsorte für gemeinsames Handeln. Wo kippt der Monolog ins Soziale?

Wir freuen uns 17 Beiträge präsentieren zu können, die mit sehr unterschiedlichen Arbeitsansätzen und Themen auf die Gegenwart zugreifen.

Die Produktionen des Monologfestival 2010:

SUBJEKT DER ÜBERSTÜRZUNG

DIE WELT IST EINE KOPIE

ALSO SPRACH PHILIPP GUHR

WARUM GOTT AFRIKA VERLASSEN HAT

RIEFENSTAHL

SECHSTE REDE DER VANESSA STERN AN DIE MENSCHEN

BIG BANG - ALLES MUSS RAUS!

NO TIME FOR REVOLUTION

ABER WENN DU GEHST SARAH SANI NIMM ALLES MIT WAS DIR GEHÖRT JA GUT ICH MACHS

LAND OF HOPE. ZUKUNFT FÜR PALÄSTINA

SYSTEME, BIER UND SCHNAPS

IGNATIUS VON LOYOLA – ÜBUNGEN/BETRACHTUNG ÜBER DIE HÖLLE

WOYZICKINE – EIN UNTERWASSERBALLETT

DEBUT: ICH VERSPRECHE EIN KONZERT ZU GEBEN.

LOVELINE

UN-EINS. JEDES FLUGZEUG BRAUCHT EINEN TERRORISTEN

BAD LUCK CITY


Kuratiert von Michael Müller und Heike Pelchen Monologe von und mit JungYun Bae / Alexis Bug / Daniel Cremer / Gotta Depri / Franziska Dick / Jens Diedrich / Simone Eisenring / Gintersdorfer Klaaßen / Philipp Guhr / Andrew Haydon / Hauke Heumann / Klaaßen / Heide Kuhl / Lennart Laberenz / Tomi Paasonen / Tina Pfurr / Milo Rau / Christian Saak / Katharina Schmitt / Wieland Schönfelder / Daniel Schrader / Heiko Senst / Skelly / Marcus Steinweg / Vanessa Stern / Lajos Talamonti / Anne Tismer / Lucie Tuma / Otmar Wagner Monologische Recherchen im öffentlichen Raum und Installationen im Theaterdiscounter Authentic Boys / White Horse / Eisenaecher/Harder Claims + Marie-Alice Schultz Raumgestaltung Clementine Pohl Grafik Christiane Hämmerle Presse/ÖA Kerstin Böttcher Technik Oliver Szewc

Gefördert durch Hauptstadtkulturfonds Berlin Medienpartner rbb kulturradio / taz - die tageszeitung / zitty