LIEBE UND ANARCHIE

Dez
2006

nach dem Film von Lina Wertmüller

Die Entscheidung, ein Thema öffentlich auf der Bühne zu verhandeln, ist für mich ein politischer Vorgang. Ich liebe unter anderem diesen subversiven Charakter der Volkstheaterfiguren, weil die versuchen, dem Publikum etwas von hintenherum klarzumachen. Ob das immer gelingt, ist eine andere Frage. Denkleistung ist schließlich Eigenleistung. (Astrid Griesbach)

Wertmüllers Filme gehören genau wie Astrid Griesbach und ihr Theater des Lachens nicht gerade zum Mainstream, sind mal grotesk, mal populistisch, mal politisierend und zumeist von allem etwas.

Aus den bekannten Filmvorlagen des italienischen Neorealismus werden die menschlichsten Momente aufgehoben, als Zitat einer Zeit, in der Ideale noch Triebfeder des Handelns waren.
Theaterfiguren mit ihrer polemischen Überspitzung prallen hier im Kräfteverhältnis zwischen Herrschern und Knechten, Unterdrückern und Unterdrückten gnadenlos komödiantisch aufeinander.

Die Geschichte: Der einfache Bauer Tonino aus dem Süden Italiens macht sich auf nach Rom, um den Duce zu töten. Seine Kontaktperson ist die Hure Tripolina. Die arbeitet in einem Bordell und gewährt ihm dort bis zum Attentat Unterschlupf. Hier trifft Tonino auf den Teufel und er begegnet der Liebe. Seine Passion beginnt. Leben für die Liebe oder Sterben für die Ideale?

"...selbst Anarchisten kämmen nachts heimlich ihr Haar“ R. Grebe


Spiel Martin Bermoser / Markus Kofler / Agnieszka Salamon / Julia Schranz Regie Astrid Griesbach Ausstattung Stefanie Oberhoff Musikalische Leitung Winni Walgenbach Dramaturgie Andreas Poppe Regieassistenz Melika Ramic Produktionsleitung Verena Busche / Busche und Mans