KOPF KUNST PFLICHT BAAL

/ von Hagen Bolt

Okt
2016

/ von Hagen Bolt

Drei dubiose Gestalten mit den sprechenden Namen KOPF, KUNST und PFLICHT schotten sich in einem selbst gezimmerten Utopia von einer Außenwelt ab, die ihnen viel zu angepasst erscheint. Festgezurrt zwischen dem Zwang zum Geldverdienen und der Einöde des mangelnden Inputs bleiben ihnen als Gegenangriff nur die immer häufigeren Besäufnisse zur Feier der eigenen Widersprüche.

In diesem äußeren wie inneren Zustand zwischen urbanem Abfall und industrieller Funktionalität fehlt es an allem, vor allem an Lösungen. Der einzige Weg scheint ein Gott als Auffrischung der ranzigen WG zu sein: Baal! Doch leider entpuppt sich der erhoffte Erlöser als Aufschneider, und eine kleine dreckige Geschichte beginnt ...

Benjamin Eggers, der seit Anfang des Jahres für das künstlerische Programm im Club Sisyphos Berlin verantwortlich ist und dort experimentelle Theaterarbeit auf neue Schauplätze ausweitet, unternimmt zusammen mit dem Dramaturgen Dennis Schmees den ernst gemeinten Versuch, die erlebte Widersprüchlichkeit auf drei handelnde und denkende Instanzen als Aspekte des menschlichen Lebens aufzuteilen.

Auf der Tanzfläche, die für beide Theatermacher Arbeits- und Spielplatz gleichzeitig ist, lässt sich einiges entdecken. Während viele noch vom Aufbruch träumen, setzt ihr Stück dort an, wo die Revolution schon Vergangenheit ist und die alte Welt die neue schon längst wieder eingeholt hat.


Mit Amelie Haller / Friedrich Hartung / Johannes Hubert / Ulvi Erkin Teke Regie & Text Benjamin Eggers Bühne Ann-Christine Müller/ Nadja Eller Kostüm Nele Ellegiers Dramaturgie Dennis Schmees Produktionsleitung Eva-Karen Tittmann Technik Dominik Herrfurth Produktion Benjamin Eggers in Koproduktion mit dem Pumpenhaus Münster und dem Theaterdiscounter Mit freundlicher Unterstützung des Theaterhaus Mitte

Benjamin Eggers, Theaterwissenschaftler und –praktiker, entwickelte Jugendclub-Produktionen am Schauspiel Frankfurt, brachte unter seinem Autoren-Pseudonym Hagen Bolt die Uraufführung „Im Rausch der Purpurschnecke“ an den Sophiensaelen heraus, und assistierte an der Berliner Schaubühne und weiteren Häusern. Geprägt hat ihn die Zusammenarbeit mit Thorsten Lensing, Urs Troller, Armin Petras und Thomas Ostermeier.

Kartenpreise € 13,- / ermäßigt € 8,-