Kampf des Negers und der Hunde (von Koltés)

Nov
2012

/ von Bernard-Marie Koltès

Die aktuelle politische Relevanz in Koltès modernem Klassiker ist ungebrochen: Alle Figuren liefern ein scharfes, nahezu prototypisches Abbild von gescheiterten Individuen, die sich in einer zivilisatorischen Ordnung bewegen, die keine Orientierung bietet. Ohne erkennbare Alternativen ist das Handeln zum Scheitern verurteilt und wird mit nur fadenscheinigen übergeordneten Ideen begründet und zu rechtfertigen versucht.

Auf einer französischen Baustelle in Westafrika, oder in Strasbourg, oder in Heiligendamm -- wo auch immer, verschwindet die Leiche eines schwarzen Arbeiters. Ja, es war CAL, Hobbyphilosoph und Freizeitgestalter. ALBOURY, ein Verwandter des Toten, fordert Rechenschaft? Der Bauleiter HORN will den Mord vertuschen und bietet Geld. LÉONE, HORNs gerade aus Paris angereiste Verlobte, wird zum Streitobjekt zwischen den Männern. Der vielschichtige Konflikt zwischen den Protagonisten ist das Psychogramm von Ausgestoßenen und entfesselt einen erbitterten Kampf jeder gegen jeden.

Musik, 6 Baustangen, 5 Europaletten, 4 Schauspieler, 3 Kameras, 2 Palmen, 1 Beamer und 0-Bock bilden eine Welt, die im Innersten zusammenfällt.


Mit Annika Meier / Fiona Metscher / Matthias Hecht / Caspar Kaeser Regie / Konzept / Produktionsleitung Björn Gabriel Bühne / Kostüme / Produktionsleitung Stefanie Dellmann Videos Philipp Mattner / Daniel Hengst Rückgrat Lena Gudrian, Romina Küper Unterstützt durch Kultursekretariat Landesbüro NRW / Stadt Dortmund / Pegel Köln

BJÖRN GABRIEL hat als Schauspieler u. a. mit den Regisseuren Herbert Fritsch, Jürgen Kruse, Martin Laberenz, und Kay Voges gearbeitet. Seit 2009 entwickelt er eigene Regieprojekte. Für das Staatsschauspiel Dresden dramatisiert und inszeniert er Harriet Köhlers Romandebüt „Ostersonntag“ und am Theater Oberhausen „Der Weg zum Narrenhaus ist nicht so lang“ nach Georg Büchners „Leonce und Lena“. Am Theater Dortmund brachte er „Sauerstoff“ von Iwan Wyrypajew und „Werther -- nach einem Briefroman von Goethe? auf die Bühne. Seine Bearbeitung wird bei SchäfersPhillipen verlegt.

SIR GABRIEL DELLMANN sind ein freies Theaterkolkektiv. Sie kommen aus Berlin, Bochum, Dortmund und Köln und arbeiten eng mit ihrer Ausrüstung zusammen: U-Schaufelsteine, Videosamples und Livekamera, Catsuits und Baustangen gehören zu ihren ständigen Begleitern.