Enfants Terribles

Das Schlimmste ist, wenn aus Kindern nix wird!

Jun
2014

/ Das Schlimmste ist, wenn aus Kindern nix wird!

Vier Freunde in den Trümmern der Kindheit: Auf der Suche nach dem, was war und was davon übrig bleibt, legen vier erwachsene Spieler das Anerzogene ab und bauen aus längst ausrangierten Materialien beinahe vergessene Kindheits-Logiken wieder auf. Fiktion und Realität verschmelzen zu einem Erinnerungs-Panorama im Kontrast zu den Wunschvorstellungen an unsere heutige Kinder-Generation.

Das Kind als Narzisst, als Champion, als Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitäts-Syndrom oder als kaufkräftiger Konsument: Viele Bilder von Kindern kursieren in unseren Köpfen. ENFANTS TERRIBLES geht der Konstruktion von Kindheit nach und untersucht die prägenden Momente: Wie sind wir zu dem geworden, was uns heute ausmacht? Unter Anleitung von Enid Blytons „Fünf Freunde“-Kosmos beschwören die Darsteller die Intensität der früheren Tage herauf. Damals, als das Leben noch ein Abenteuer war und vieles zum ersten Mal überstanden werden musste.

Die Frage nach der Vergänglichkeit, die Suche nach dem eigentlichen Ich tragen durch den Abend und werden immer wieder ans Publikum weiter gegeben. Auf einem Teppich aus Zwieback umkreisen die Kindheitsforscher_innen ihr Thema und wechseln dabei fließend die Altersstufen: Da ist das Verhalten des Kindes, das wir glauben, gewesen zu sein. Da ist die Metaebene von heute voller Konstrukte über die Zeit unserer Anfänge. Zwischen Abhängigkeit und Souveränität, Verletzung und Brachialität verschwimmen die Lebensphasen und entlarven den Mythos der glücklichen Unschuld und somit auch die Wunschvorstellungen an unsere heutige Kinder-Generation.

„Eine kluge Theaterorgie, in der das Ensemble lustvoll über Zwieback stapft, bis am Ende nur noch die Krümel unserer Vorstellungen übrig bleiben, was wir als Kinder waren und was ein Kind zu sein hat.“ (Der Tagesanzeiger, 25. April 2013)

„Marcel Schwald ist eine Ode an das Kindsein geglückt.“ (BaZ, 13. Mai 2013)

EnfantsTerribles from Silvia Bergmann on Vimeo.


Von und mit Susanne Abelein / Daniel Hinojo / Marko Milic / Julia Schmidt Konzept/Regie Marcel Schwald Bühne/Licht Manuel Gerst Sound/Licht Matthias Meppelink Kostüm Sophia Röpcke Produktion/Dramaturgie Boris Brüderlin Produktionsmitarbeit Christiane Dankbar Assistenz Mattia Meier Illustration/Grafik Lukas Acton Eine Produktion von Paraform in Koproduktion mit Kaserne Basel / Fabriktheater Rote Fabrik Zürich / PRAIRIE, dem Koproduktionsmodell des Migros-Kulturprozent mit innovativen Schweizer Theatergruppen Mit freundlicher Unterstützung durch Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia / Fachausschuss Theater und Tanz beider Basel / Ernst Göhner Stiftung / GGG Basel / Futurum Stiftung / Jubiläumsstiftung der BLKB

Marcel Schwald studierte nach diversen Regieassistenzen, u.a. bei René Pollesch und Sebastian Nübling, Intercultural Theatre and Performance an der Hogeschool voor de Kunsten in Utrecht mit einem Gastjahr am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Giessen. Neben seinen eigenen Tätigkeiten als Regisseur und Autor kollaboriert Marcel Schwald regelmässig mit anderen Künstlern wie dem Theaterkollektiv Monster Truck, Chris Leuenberger, Andreas Liebmann oder dem Künstlerduo Copa & Sordes. Seine letzte abendfüllende Theaterproduktion Let’s Pretend To Be Human wurde 2011 zum Zürcher Gipfelstürmer Festival eingeladen und war im Herbst 2013 auch am Beijing Fringe Festival zu sehen. 2012/13 war er Hausautor am KonzertTheater Bern im Rahmen von Stücklabor – Neue Schweizer Dramatik.

Kartenpreise € 13,- / ermäßigt € 8,-

Das Publikumsgespräch am 20. Juni findet statt in Zusammenarbeit mit