DopplerEffekt (Gyr/ Borger)

Feb
2007

Im französischen Jura wird Mlatkos gesamte Familie ermordet. Eine Tat, die das Dorf erschüttert, denn Mlatko ist ein angesehener Bürger und Forscher bei der UNO. Die Untersuchungen der Polizei bringen Unwahrscheinliches ans Licht: Mlatko hat so nie existiert. Sein ganzes Leben ist erfunden – seit über 16 Jahren. Nur als Mörder seiner Familie ist er real.

Zu Beginn ist es nur eine monströse Lüge, die den Grundstein der Inszenierung bildet. Das Geschehen wechselt dann sprunghaft vom Stücktext von Nicolai Borger zu real existierenden erlogenen Fakten unserer Zeit, die die integre Welt der Zuschauer in Frage stellen. Die Konsequenzen sind unabsehbar. Klar ist nur, dass jeder für seine eigene Entscheidung verantwortlich ist.

Anhand einer wahren Begebenheit – der Mann, der der Figur Mlatko als Vorlage dient, sitzt heute noch im Gefängnis – hinterfragen die Macher dieses Projekts die Mechanismen der Lüge: Ihre Notwendigkeit, ihre Existenzberechtigung und die Bedingungen, unter denen sie am besten gedeiht. Ganz ohne Moral. An der Grenze zur Komik.


Mit Christina Stöck / Britta Steffenhagen / Lasse Timo Lampka / Sophie Hüsler / Jack Rath / Regina Gyr / Jan Uplegger / Reiner Gabriel Regie Regina Gyr Autor Nicolai Borger Bühne Sophie Krayer Kostüme Adriana Braga Technik/technische Beratung Jack Rath Produktionsleitung/Dramaturgie Claudia Leutemann