DER UNTERGEHER

/ von Thomas Bernhard

März
2019

/ von Thomas Bernhard

Die Bühnenfassung des bekannten gleichnamigen Thomas Bernhard-Romans ist ein düsterer und zugleich bitter-komischer Monolog über die Frage, was eine Existenz gelingen oder scheitern lässt.

Zwei junge Pianisten begegnen in ihrer Jugend dem unnachahmlich virtuosen Glenn Gould. Sie lassen sich von seinem Spiel vollkommen entmutigen. Die Konfrontation mit den eigenen Grenzen wird zum Lebensknick, von dem sie sich nicht erholen. Einer hängt sich schließlich 30 Jahre später auf. Den Gedankenstrom des anderen, kurz vor dem Begräbniss, lässt Schauspieler und Regisseur Christian Fries für uns lebendig werden: Das Publikum wird hineingesogen in das Nachdenken und Philosophieren über das Leben, über familiäre Verstrickungen und Lebensträume, über Illusionen, Freundschaft, Einsamkeit und das Altern.

Die knapp zwei Stunden dauernde Performance stellt den Text ins Zentrum, verzichtet fast vollständig auf szenisches Spiel. Die Düsternis des Textes findet ihr Korrektiv, wie immer bei Bernhard, durch eine bodenlose, böse Komik, sowie durch den großartigen Rhythmus seiner Sprache.

Eine Meisterleistung. Intensives, auf die Sprache konzentriertes Theater. (Gießener Anzeiger)

Ein schauspielerisches Kabinettstück – wobei Fries’ Kunst gerade darin besteht, das “Schauspiel“ sofort vergessen zu machen. (Westfälische Allgemeine)


Von und mit Christian Fries

Christian Fries war als Schauspieler u.a. am Burgtheater, am Staatstheater Hannover sowie an den Theatern von Konstanz, Gießen, Marburg tätig. Er inszeniert sowohl an Stadttheatern als auch in der Freien Szene. Am TD war zuletzt im Herbst 2018 seine auf Proust Mammutroman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit fußende Inszenierung PROUST 3 / 267-435 zu sehen. Als Autor war er zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt eingeladen und veröffentlichte eine Sammlung von Prosaerzählungen und Kurzdramen.

KOPFKINO im TD – das Theater im Zuschauer
Unter dem TD-Label KOPFKINO zeigen wir seit Oktober 2018 in unregelmäßiger Folge Inszenierungen, die ihre Zuschauer*innen auf eine gedankliche Reise jenseits des realen Bühnenraums schicken. Durch eindringliches Erzählen oder mit ausgeklügelten Assoziationsräumen entfachen sie unsere Imaginationskraft, lassen Bühnenbilder aus Worten entstehen oder locken uns an Orte, die vornehmlich in unserer Phantasie entstehen. Gleichzeitig halten sie uns ganz im Bann des Hier und Jetzt, indem die Performer*innen ein doppeltes Spiel mit dem Publikum spielen und die Grenzen zwischen biografischer Referenz und erfundener Figur absichtlich verwischen. Mit unserem inneren Film sitzen wir in dem von ihnen erbauten KOPFKINO.

Kartenpreise € 15,- / ermäßigt € 9,-