BEHAUPTUNG

/ ein Mann. ein Wort.

Mai
2015

/ ein Mann. ein Wort.

Wir sind Helden der Arbeit. Wir sind die Helden unserer eigenen Biografie. Immer alles geben, bis zur Erschöpfung. Der Burn-Out als Auszeichnung. In diesem Dokumentartheater über Menschen in der Krise ist alles Lüge; diese Erzählungen entsprechen alle der Wirklichkeit. So lauten die Pole einer schillernden Geschichte über das Behaupten – im Sinne des Durchsetzens einerseits und des Scheins andererseits.

Männer nehmen’s leicht, die Sache mit dem Durchsetzen. So die Behauptung. Einer vertrödelt die arbeitslosen Wochen bei Videospielen, um am Wochenende mit dem Handy am Ohr als Geldhai an der Wall Street zu sitzen. Ein anderer eröffnet ein Reisebüro und verkauft Traumreisen in seinen Schrebergarten. Wieder einer verzweifelt an den eigenen Lügengeschichten, erfindet aber immer neue. Stop! WarRug ist gerührt von den Hochstaplern dieser Welt. Was sind deren Strategien angesichts der Unzugänglichkeit und Unzulänglichkeit des eigenen Ichs? Wenn nur noch ein erfolgreiches Ich akzeptabel ist, was liegt näher, als sich selbst radikal auszuweichen? Dem immer geforderten „Mehr“ begegnet die Depression mit individueller Anpassung an Fantasien der Masse, wodurch die Idee vom eigenen Glück unkenntlich wird.

Der Performer Márton Nagy erzählt seine eigene Geschichte in der von anderen. Er behauptet sich in den von WarRug recherchierten Biografien von Gescheiterten und Siegern unserer Leistungsgesellschaft, von Hochstaplern, Therapeuten und Life-Coaches. Als Zuschauer lernen wir den Mann auf der Bühne dabei immer besser kennen. Behauptet er. Es entsteht ein Vexierbild zeitgenössischer Lebensentwürfe, die den schönen Erfolg als eine traurige Wachstumsverweigerung offenlegen. Der bildende Künstler Markus Uhr entwirft dazu einen Behauptungsraum von eigenem Gewicht.



Performance Márton Péter Nagy Künstlerische Leitung Nicole Thomas & Tilman Meckel (WarRug) Bühne Markus Uhr Bühnenassistenz Max Hänisch / Rene Wagner Video Rene Wagner Foto Marion Hebig Produktion von WarRug in Koproduktion mit Theaterdiscounter Dank an Friederike Lilien Abitz / Silke Bierwolf / Marion Hebig / Torben Jansen / Katrin Klietsch / Sigrid Kuegler / Julia Oheim / Max Sand / Wulf Mirko Weinreich / Anna Wille

In der Trilogie Wege aus der Depression setzt sich WarRug mit aktuellen Identitätsdiskursen auseinander. Nach behauptung wird der zweite Teil fetisch/liebe im Herbst 2015 in Koproduktion mit dem Residenzprogramm des Schauspiel Leipzig und dem Theaterdiscounter realisiert.

Kartenpreise € 13,- / ermäßigt € 8,-

Publikumsgespräch am 22. Mai in Zusammenarbeit mit