BAMBA

Dez
2006

nach Vittorio de Siccas „Das Wunder von Mailand“

Willkommen in Bamba!

Eine kleine Gesellschaft lässt vor unseren Augen Bamba entstehen -- eine wunderschöne Industriestadt! Sie haben die Gabe, in die Häuser hinein zu schauen. Und in die Herzen der Figuren, die dort wohnen. Sie stoßen auf eine kleine Gesellschaft, die eines gewissen Totos gedenkt. Aber wer ist dieser Toto? Na, der Toto, den die alte Frau Lollota als Säugling im Kohlfeld findet. Sie wundern sich, warum Signora Lolotta auf dem Weg nach Hause zu Toto trödelt: „?damit er sich daran gewöhnt, dass ich irgendwann nicht mehr da bin.“

Nach ihrem Tod kommt Toto ins Waisenhaus, verlässt es als Habenichts und wird durch seine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft zum Organisator eines Budenviertels am Rande der Großstadt Bamba. Als dort eine Petroleumquelle entdeckt wird, will der reichste Mann Bambas die Bettler und Obdachlosen vertreiben. Doch in der größten Not erhält Toto die Gabe, Wunder zu tun. Auch die Absurdesten. Polizisten singen Opernarien statt zu schießen und es regnet Mäuse.

Die Enteignung der Rechtlosen wird somit verhindert und die Unterdrückten und zu kurz Gekommenen können sich mit einem Mal alles wünschen. Alles! Sie verlangen von Toto die Erfüllung ihrer materiellen Wünsche. Und Toto hält sich nicht zurück. Die Menge jubelt ihm zu und macht ihn zu ihrem Führer, bis eines Tages seine wundersamen Kräfte zu schwinden drohen.

„Wenn Wünsche wahr werden, stirbt die Fantasie.“

Ein Reigen mit scheinbaren Realisten, siegreichen Verlierern und naiv Blickenden, die die Dinge sehen wie sie sind. In einer seltsam traurig schönen Welt in der „Guten Tag“ wirklich „Guten Tag“ heißt.


Spiel Sigrun Kilger / Annette Scheibler / Hartmut Liebsch / Alberto Garcia Sánchez Regie Astrid Griesbach Bühne und Kostüme Stefanie Oberhoff Musikalische Beratung Winfried Walgenbach Magische Begleitung / Hospitanz Mascha Erbelding / Nils Bennett