ARKADIA

/ von Herbert Achternbusch

Apr.
2019

/ von Herbert Achternbusch

Als ehemaliges enfant terrible einer Literatur- Kino- und Theaterszene hat Herbert Achternbusch vor Kurzem seinen 80. Geburtstag gefeiert. Sein dramatisches Spätwerk gilt es noch zu entdecken, denn Achternbusch ist heute deutschlandweit so gut wie vergessen.

“Bist du schon tot?“, fragt Alkibiades unvermittelt seinen Freund und Lehrer Sokrates. Es ist nämlich ihre letzte Reise. Aber das Denken geht noch weiter, zersetzt unerbittlich alles, was ihm über den Weg läuft – radikal und unvorhersehbar.

In seinem letzten veröffentlichten Text lässt Herbert Achternbusch dem Denken in einer Landschaft des Todes freie Zügel. Eine Reise ins Nichts mit Göttern, Denkern, Tieren, Wolken, Bauten, Flüssen und viel Tee.

Das Duo Barletti/Waas, bekannt durch ihre fesselnden Handke-Bearbeitungen, verlassen sich ganz auf die Sprachgewalt Achternbuschs: Übrig bleibt ein aufs Wesentliche reduzierter Bühnenraum, zwei Schauspieler, Masken – nichts wird vorgespielt, aber radikal alles gesagt. Das Publikum wird Zeuge eines Denkprozesses, der auf die Kraft von Sprache setzt und ganz in sie eintaucht.

Gedankengebilde stehen neben Worteruptionen – im leeren Raum generieren sie Bilder, Gefühle und unvorhersehbare Verbindungen auf der Reise ans Ende eines Lebens, in dem nichts ungesagt bleibt.

Den Berliner Theatermachern Lea Barletti und Werner Waas gelingt es, Achternbuschs komplexen, sprunghaften Text "Arkadia" als existentielle Parabel à la Becketts "Warten auf Godot", gleichzeitig als parodistische Synthese aus bayerischem Sprachkolorit und griechischem Mythos zu inszenieren. (Landshuter Zeitung)


Interview mit Werner Waas auf RBB kulturradio


Mit Werner Waas / Harald Wissler Text Herbert Achternbusch Produktion/Regie Barletti/Waas Bühne Markus Bühler Outside Eye Lea Barletti Assistenz/Video Paolo Costantini Freundliche Unterstützung Kunstverein Ebersberg / Metatheater Moosach / Itz Berlin e.V.

Herbert Achternbusch, Schriftsteller, Filmregisseur und Maler ist die oft vergessene Figur im deutschen Autorenkino. Er ist als Autor und Regisseur radikal und subjektivistisch, verhandelt und attackiert zugleich stets die gesellschaftlichen Verhältnisse – und das mit eigenwilligem Humor und stets quer zum Zeitgeist.

Werner Waas ist Regisseur, Dramaturg, Schauspieler und Übersetzer. Zusammen mit Lea Barletti hat er als Compagnie Induma Teatro gearbeitet und war an der Entstehung des multidisziplinären Kulturzentrums Manifatture Knos in Lecce, Italien beteiligt, bevor sie 2012 die Compagnie Barletti/Waas gründen und sich vor allem mit den Arbeiten von Peter Handke beschäftigen. Seit 2013 touren sie mit ihrer Inszenierung Selbstbezichtigung/Autodiffamazione in Italien und Deutschland. Weitere letzte Arbeiten sind Traurigkeit&Melancholie/Park, Rom 2015; Materialien für eine deutsche Tragödie/Tarantino, Berlin 2015; Kaspar/Handke, Berlin 2017. www.barlettiwaas.eu


Kartenpreise € 15,- / ermäßigt € 9,-