Die Schwarze Kammer - Mass & Fieber (Zürich)

Mai
2009

Geistersingspiel aus dem Bürgerkrieg von MASS & FIEBER (Zürich)

Inhalt: In einer Novembernacht kommt ein junger Mann mit seinem Auto von der Strasse ab und findet Unterkunft in einem alten Haus. Drei Frauen wohnen hier, drei Untote, die einst einem Bürgerkrieg zum Opfer fielen und ihren Gast mit den Mechanismen von Gewalt, Hass und leidenschaftlichen Einsatz für die Sache konfrontieren. Ein Spiel der Verführung beginnt, und als der junge Mann schließlich selbst zur Waffe greift, fängt der Albtraum erst richtig an?

Bürgerkrieg: Der Bürgerkrieg ist ein Albtraum der Moderne. Es gibt kaum noch konventionelle Kriege. Stattdessen stehen Religion gegen Religion, Stamm gegen Stamm, der Nachbar gegen den Nachbarn, Gegner, die keine übergeordneten staatlichen Instanzen und damit auch keine Völkerrechtskonventionen anerkennen.

Mit Die schwarze Kammer bringt MASS & FIEBER Bürgerkrieg auf ungewohnte Art auf die Bühne. Wie weit trägt erlernte Zivilisation, wann wird auch der friedensverwöhnte Mitteleuropäer willig zum Täter? Der Abend konfrontiert den Zuschauer mit seinen eigenen Ängsten – und den von Film und Fernsehen genährten, heimlichen Begierden: Das Stück ist eine Zustandsbeschreibung unseres Friedens in einer von Kriegen umzingelten Welt.

Geistersingspiel: Der Untertitel erzählt das Genre: Die Geistergeschichte, die Horror-Story – eine Variation des Märchens von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen. Und der Untertitel erzählt die Form: Das Singspiel macht Musik zum Teil von Text und Handlung. Die Eigenkompositionen erlauben eine enge Verschränkung von Spiel und Gesang, transportieren Emotionen und beschwören auch ruhige, oft unerwartet poetische Stimmungen.

Dieses Geistersingspiel ist ein kleines Wunder (Radio DRS 2)
Und vielleicht applaudiert sogar Georg Büchner in seinem Grab (SZ)


Mit Fabienne Hadorn / Malika Khatir / Nicole Steiner / Samuel Streiff / Martin Gantenbein / Markus Schönholzer Text Brigitte Helbling / Niklaus Helbling Musik Martin Gantenbein / Markus Schönholzer Regie Niklaus Helbling Bühne Dirk Thiele Kostüm Judith Steinmann Choreografie Salome Schneebeli Video Elke Auer / Christina Peios Licht Björn Salzer Ton Mike Hasler